nach dali

dreieckige stunde
durch felsenfenster
nadelöhre der zeit
fielen alte jahre in den sand

ausgeschnitten haben wir uhren
ihre zeiger geschmolzen
bis der nächste tag sich
in blinde tücher hüllte

und unsere lippen
aufeinander prallten

spiegeleier auf dem teller ohne den teller
im kubus der nacht
am fenster warten
beschirmt von gelben horizonten

du brätst eier deren dotter
sich wie brüste
aus der pfanne wölben

ich häng dir an der angel
bin spiegelei am faden
dein schutzloser raum

atavismus des zwielicht
im zwielicht die köpfe beugen
vor der chronik des todes
säcke voll mutterkorn tragen wir
auf den schultern unsere schatten
in stein gefesselt

puppenspieler führen uns
an leinen des begehrens
zu mahlen das korn
zu staub und asche

archäologische reminiszenz
starre ist eine blauschwade
zu verbergen diese zwei

kolosse des eisernen schweigens
turmhohe mütter-väter

beugt den nacken
lauscht dem summen
es rufen kinder

the wines of gala and of god

aus den schnurrhaaren
der weißen perserin
fließt wein
in kelche und über
nackte frauenkörper
der dutzendfach geklont
mit sich selbst
eine orgie feiert
während die zweifarbigen
pupillen der katze
unbewegt hinter den betrachter
schauen und ein quartett
aus glubschäugigen gesichtern
dich mahnt
in sinnlichkeit zu suhlen

körpernah leben

den wein in vollen zügen trinken
den die katzenmuse ausgießt
in der umarmung
mit dem göttlichen verschmelzen
das aus zwei augen
einen körperbart schöpft
verrückt genug um
realistisch zu sein

blut oder wein trinken
die geliebte aus vielen
körpern formen
ein tanz ein posieren
ein schweben und hocken
darüber david bowie
cat people
schaut aus zweifarbigen augen
ergießt sich in gläser und schalen